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Die lautlose Revolution

Formula-E-Veranstaltung in Berlin im vergangenen Jahr: Das Event zeigt, was im Bereich Elektromobilität möglich ist. Technologiesprünge verlaufen nicht linear, sondern ­exponentiell. Elektro-LKW werden zwar erst vereinzelt eingesetzt. Doch dies kann sich mit zunehmender Reichweite schnell ändern.

(Foto: Ullstein Bild / Hannibal Hanschke)

23. Februar 2017 | von Von Andreas Fleischer

Förderung E-Mobilität

Das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) unterstützt kommunale Akteure beim Aufbau der Elektromobilität. Dadurch soll der Markthochlauf von Fahrzeugen mit elektrischen Antrieben inklusive der dafür notwendigen Infrastruktur vorangebracht werden.

Ein Schwerpunkt ist die Förderung der Beschaffung von Elektrofahrzeugen im kommunalen Kontext. Darüber hinaus werden die Kommunen bei der Errichtung öffentlich zugänglicher Ladeinfrastruktur in Verbindung mit Fahrzeugbeschaffungen unterstützt.

Zudem werden anwendungsorientierte Forschungs- und Demonstrationsvorhaben zur strategischen Unterstützung des Markthochlaufs von Elektrofahrzeugen gefördert, teilt das BMVI mit. Im Mittelpunkt stehen dabei vernetzte Mobilität und der Einsatz von E-LKW im Rahmen innovativer Mobilitäts- und Logistikkonzepte.

4400

Elektro-LKW waren im vergangenen Jahr zum Stichtag 1. Januar zugelassen. Insgesamt sind 2,8 Mio. LKW zugelassen.

 

15.000

Ladesäulen sollen bis 2020 flächendeckend aufgestellt sein. Das Bundesverkehrsministerium fördert das Vorhaben mit 300 Mio. EUR.

Quelle: Toll Collect, BMVI

Metropolitan Logistic

Die Serie Metropolitan Logistic der DVZ stellt Trends und Entwicklungen vor, die künftig die Versorgungskonzepte der Ballungsräume verändern werden.

www.metropolitanlogistic.de

 

 

Den Anwohnern des Strausberger Platzes in Berlin bot sich Ende Mai ein besonderer Anblick: 18 hochtechnisierte Rennwagen rasten direkt unter ihren Fenstern vorbei – Rad an Rad, aber ohne Motorenlärm oder CO2 -Ausstoß. Die Formel E veranschaulicht, was bereits jetzt im Bereich Elektromobilität möglich ist; und es ist nur eine Frage der Zeit, bis die heutige Renntechnik in Serie geht. Dass sich der Fahrzeugmarkt schon seit Jahren in einem stillen, aber stetigen Umbruch befindet, zeigt die Personalsituation der großen Autobauer: Die Anzahl der Spezialisten für E-Mobilität und Batterietechnik vergrößert sich kontinuierlich. Unternehmer sollten die Revolution der Elektromobilität genau im Auge behalten.

Zudem verlaufen diese Technologiesprünge nicht linear, sondern exponentiell. Was heute brandaktuell ist, kann künftig immer schneller veraltet sein. Das gilt auch für den Logistikimmobilienbereich. Wer heute ein neues Logistikzentrum bauen und langfristig halten will, sollte deshalb genau darauf achten, auf welche Konzepte er setzt. Neubauprojekte sind auf eine Lebensdauer von mehreren Jahrzehnten ausgerichtet – und müssen über die gesamte Zeitspanne hinweg kompatibel für neue Techniken sein. Das gilt für die Nutzung der Lagerflächen genauso wie für die Flotte an Zustellfahrzeugen.

Der Umbruch ist im Gange
Deutsche Post DHL nimmt dabei eine Vorreiterrolle ein. Inzwischen beliefert sie mit 2000 sogenannten Streetscootern eine Vielzahl an Haushalten vollelektronisch und CO2-neutral. Nun ziehen auch andere Marktteilnehmer nach. Im Kölner Raum setzt eine Drogeriekette bereits heute E-LKW zur Filialdistribution ein. Die Fahrzeuge haben eine Reichweite von 250 km und eine Aufladezeit von rund viereinhalb Stunden. Der Internetriese Amazon hat zudem angekündigt, verstärkt auf elektronische Lastenfahrräder zu setzen. Man sieht: Noch sind solche Projekte eher selten, doch bereits in fünf Jahren kann die Situation ganz anders aussehen. Einen Maßstab setzt die rasante Entwicklung der E-Autos: 400 km Reichweite und 40 kWh Speicherkapazität sind inzwischen keine Seltenheit mehr. Noch vor wenigen Jahren war dies unvorstellbar. Wer also nicht mit der Zeit geht und beim Bau eines Logistikzentrums darauf verzichtet, Ladesäulen in sein Konzept zu integrieren, muss später teuer nachrüsten.

Mehrausgaben rechnen sich
Die Ladesäulen verursachen allerdings im Neubau zusätzliche Kosten für den Projektentwickler. Zudem stellen sie ihn vor technische Herausforderungen. Je mehr Ladesäulen in ein Logistikzentrum integriert werden, desto größer muss die Elektroinfrastruktur sein. Die Investitionskosten hierfür sind erheblich. Die zusätzlichen Kapazitäten müssen auch geprüft und mit den lokalen Netzbetreibern und Stromversorgern abgestimmt werden. Eine weitere Hürde ist, dass sich die erforderliche Leistungsabgabe beim Aufladen je nach Fahrzeugtyp erheblich unterscheidet. Die Bandbreite reicht von den 2,3 kW einer normalen Schuko-Steckdose bis hin zu 135 kW Gleichstrom für PKW. Inzwischen werden aber auch Fahrzeuge geprüft, die 350 kW benötigen. Die Säulen müssen folglich auch in der Zukunft genug Leistung bringen können, sollten diese Werte weiter steigen. Zudem müssen Vorkehrungen getroffen werden für den Fall, dass eine Komponente ausfällt. Denn bei einem kompletten Stromausfall könnten die Fahrzeuge nicht mehr aufgeladen werden, das Unternehmen wäre nicht mehr arbeitsfähig.

Die Kosten für die nötigen Investitionen lassen sich nur teilweise auf den Mieter umlegen – hier muss der Projektentwickler in Vorkasse treten. Trotzdem bedeuten Ladesäulen für den Projektentwickler kein Verlustgeschäft. Die Stichworte sind Standorttreue und Multi-User-Konzepte. Wenn der spätere Mieter auf Elektromobilität setzt, wird es unwahrscheinlicher, dass er die Lagerfläche aufgeben wird – sofern das Aufladen reibungslos funktioniert. Sollte der Mieter doch ausziehen, hat die Immobilie ein hohes Neuvermietungspotenzial. Zudem können die Investoren von staatlicher Förderung profitieren. Bis 2020 stehen rund 300 Mio. EUR zur Verfügung. Das Ziel: 15.000 Ladesäulen deutschlandweit. Sofern ein Projektentwickler seine Säulen zum öffentlichen Gebrauch bereitstellt, kann auch der Mieter von diesen staatlichen Unterstützungen profitieren und seine Stromkosten reduzieren.

Möglichkeiten zum Stromsparen
Wer weitsichtig investieren will, muss sich um Einsparungen im laufenden Betrieb genauso Gedanken machen wie über die Kosten beim Bau. Wenn es an der Energieeffizienz mangelt und die Nebenkosten für den Mieter zu hoch sind, ist selbst das innovativste Konzept nicht rentabel.

Der konsequente Einbau von Solareinheiten zahlt sich aus, wenngleich es damit nicht getan ist. Großformatige Batterietechnik wird in Zukunft ebenfalls ein wichtiges Thema sein. Die Technik, die inzwischen in privaten Haushalten eingesetzt wird, ist jedoch noch nicht so weit vorangeschritten, um ein komplettes Logistikzentrum damit auszurüsten. Wenn es so weit ist, müssen die baulichen Voraussetzungen gegeben sein, die Batterien zu integrieren, um den Weg zu einer autarken Stromversorgung zu ebnen – oder zumindest netzunabhängiger zu werden. (ben)

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