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E-LKW rechnen sich in der Schweiz

Foto: E-Force One AG

02. März 2017 | von Bernhard Hector

Rund 1 Mio. deutschen Fahrzeuge mit Elektroantrieb sollen bis 2020 den Straßen sein, hat sich Bundeskanzlerin Angela Merkel zum Ziel gesetzt. Jetzt, knapp drei Jahre vorher, sind es gerade mal so um die 45.000. Bei 62,6 Mio. zugelassen Kraftfahrzeugen Anfang 2017 sind das nicht einmal 0,1 Prozent aller Fahrzeuge.

Das Verhältnis dürfte auch für den Güterverkehr zutreffen. Der Grund: E-Fahrzeuge sind oft doppelt so teuer und werden vom Staat nicht ausreichend gefördert. Ja sie werden bei der KFZ-Steuer und der Maut nicht mal bevorzugt, um das Engagement wenigstens einigermaßen rentabel zu gestalten.

Beispiel: Der Handelsriese Coop hat sich in der Schweiz einen E—Force angeschafft. Bei einer Laufleistung von 50.000 km p.a amortisiert sich das Fahrzeug nach vier Jahren. Das bedeutet: Danach spart das Unternehmen, denn die Laufzeit für E-LKW wird mit 10 Jahren berechnet.

Die deutsche Spedition Müller aus Opfenbach bei Lindau engagiert sich auch in Sachen Umweltschutz und hat auch so ein Fahrzeug gekauft. Allerdings Amortisiert sich  dieser E-Force erst nach 23 Jahren. Und das, obwohl die Mehrkosten für den E-LKW mit 40 Prozent gefördert werden, immerhin über 96.000 EUR.

„Die Schweiz bietet einen riesengroßen Vorteil für Elektro-LKW“, erklärt Walter Müller Geschäftsführer der Spedition. In der Schweiz gibt es die LKW-Maut LSVA. Sie beträgt bei Euro-5-Fahrzeugen 0,26 EUR (2,28 Rappen) pro Tonnenkilometer.

Ein 18-Tonner-LKW kostet damit zirka 0,38 € pro km. Und Müller erinnert: „In der Schweiz wird jeder Kilometer berechnet, nicht nur die Autobahnkilometer.“ Bei 50.000 km pro Jahr sind dies 19.000 EUR pro Jahr.

Für den Elektro-LKW wird dagegen in der Schweiz keine LSVA gezahlt. Außerdem ist er von der KFZ-Steuer befreit. „Zudem gelten für E-LKW keine Nachtfahrverbote. Somit können diese Fahrzeuge auch nachts Betriebe beliefern – ein erheblicher Vorteil.“ Denn aufgrund des geringeren Verkehrsaufkommens und der nicht vorhandenen Staus können LKW während dieser Zeit durchaus ein bis zwei Umläufe mehr machen.

Wie viel spart ein Unternehmen an LSVA und KFZ-Steuer in der Schweiz? „Mindestens 20.000 EUR pro Jahr“, weiß Müller. Das rechnet sich.

Kritik über der Spediteur auch am Kaufpreis in Deutschland. „Der muss deutlich runtergehen, damit Schwung in E-Mobilität kommt“, erklärt Müller. Zudem sollten KFZ-Steuer und LKW-Maut entfallen.  Wenn politisch der stärkere Einsatz von E-Fahrzeugen gewünscht ist, kann Berlin noch so einiges tun. Das ist auch geplant, wie der Entwurf der Förderrichtlinie zeigt (DVZ 28.2.2017, Seite 4). Sie soll ab Mitte 2017 gelten. Aber die Förderbeiträge sehen auf den ersten Blick nicht so aus, als würden sie die Mehrkosten für E-Fahrzeuge kompensieren.

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