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Streetscooter nimmt Fahrt auf

Die meisten Streetscooter-Fahrzeuge setzt die Deutsche Post DHL in Bonn ein, wo der Konzern auch seine Zentrale hat. (Foto: Streetscooter)

25. August 2016 | von Axel Granzow
Nachgefragt

Achim Kampker, Chief Executive Officer, Streetscooter GmbH (Foto: DHL)

Deutsche Post gibt Strategie vor

Herr Kampker, wie sind Sie und die Deutsche Post zusammengekommen, um gemeinsam ein Elektrofahrzeug zu entwickeln?

Die Streetscooter GmbH gibt es seit 2010. Ein Jahr später haben wir auf der IAA in Frankfurt einen ersten Prototypen vorgestellt, mit dem wir viel Aufmerksamkeit auf uns gezogen haben – nicht nur die der Bundeskanzlerin Angela Merkel, sondern auch die der Deutschen Post. Mit dieser haben wir dann 2011 eine Kooperation zur Entwicklung eines speziellen E-Fahrzeugs für die Brief- und Paketzustellung gestartet. Schon bis Ende 2014 kamen 150 Vorserienfahrzeuge in verschiedenen Zustellstützpunkten zum Einsatz. Im gleichen Jahr hat uns dann die Deutsche Post übernommen.

Wie muss man sich die Kooperation konkret vorstellen? Wie frei können Sie arbeiten? Wie sieht die Arbeitsteilung aus?

Unsere Aufgabe als Streetscooter GmbH war von Anfang an, ein geeignetes Betriebsmittel für die Brief- und Paketzustellung für die Deutsche Post bereitzustellen. So nüchtern das vielleicht erst einmal klingen mag, umso anspruchsvoller ist diese Aufgabe im täglichen Betrieb, denn der Konzern Deutsche Post DHL Group hat sehr spezifische Anforderungen an seinen Fuhrpark: Die Fahrzeuge müssen sich im Postalltag bewähren, müssen eine vergleichbare Lebensdauer wie konventionelle Fahrzeuge haben und natürlich auch wirtschaftlich sein. Wir sind hier in unserer Arbeit weitgehend frei, wobei natürlich klar ist, dass unsere Mutter Deutsche Post die Strategie und gewisse Rahmenbedingungen vorgibt.

Die Deutsche Post DHL startet Anfang 2017 mit der Massenproduktion des Streetscooters. Dann sollen jährlich 10.000 der vom Konzern selbst entwickelten Elektrofahrzeuge das Werk in Aachen verlassen. Mittelfristig will der Konzern seine Flotte in der Paket- und Briefzustellung auf den Streetscooter umstellen. Davon sind etwa 40.000 Fahrzeuge betroffen. Dies sagte der für das Brief- und Paketgeschäft zuständige Konzernvorstand Jürgen Gerdes in Aachen anlässlich der Vorstellung des 1000. Streetscooters. Die Eletrotransporter sind vor allem in den Innenstädten im Einsatz.

Mit Jahresbeginn soll die Produktion von derzeit 4 bis 5 Wagen am Tag auf 20 Einheiten ausgeweitet werden, wie Christian Steinborn, Vertriebsleiter der seit 2014 zum Postkonzern gehörenden Streetscooter GmbH, der DVZ am Rande der Veranstaltung berichtete. Gleichzeitig soll dann in zwei Schichten gearbeitet werden. Derzeit sind im Werk in Aachen rund 180 Mitarbeiter beschäftigt. Wie viele neue Mitarbeiter eingestellt werden müssen, blieb indessen offen. Dies sei Sache der Post, so Steinborn.

Gerdes wollte sich indes zur Höhe der Investitionen nicht äußern. Der Streetscooter sei über den ganzen Lebenszyklus gesehen nicht teurer als die bislang eingesetzten konventionellen Fahrzeuge. Im Gegenteil: Unter dem Strich spare die Post pro Fahrzeug 3 t CO2 und 1100 l Diesel ein, erklärte der Konzernvorstand.

Öffentlich gefördert
Der Elektrolieferwagen wird mit öffentlichen Mitteln aus dem Haushalt des Bundesumweltministeriums gefördert, erläuterte Bundesumweltministerin Barbara Hendricks in Aachen. Seit Anfang dieses Jahres erhält der Konzern danach über einen Zeitraum von drei Jahren zusammen 9,5 Mio. EUR. Insgesamt belaufen sich die Projektkosten laut Umweltministerium auf 26,5 Mio. EUR. Bedingung der Förderung sei aber, so Hendricks, dass die Erkenntnisse auch anderen Logistikunternehmen zugänglich gemacht werden. Den restlichen Betrag von 17 Mio. EUR steuert offenbar die Deutsche Post bei. Das Förderprojekt „CO2-freie Zustellung“ dient als „zusätzliche Starthilfe für die Serienfertigung“ des Streetscooter, heißt es dazu lediglich in einer Mitteilung der Post.

Der Streetscooter sei als ein Werkzeug der Zusteller konzipiert und auf deren Bedürfnisse zugeschnitten, betonte Gerdes. Dabei habe man Wert auf Langlebigkeit und einen kostengünstigen modularen Aufbau gelegt. „Was kaputtgeht, wird ersetzt, was hält, bleibt erhalten“, erläuterte Gerdes das Konzept.

Eine Entscheidung darüber, ob der Streetscooter auch an Dritte verkauft werde, gebe es noch nicht. Sie soll Anfang kommenden Jahres bekanntgegeben werden. Für die Autoindustrie sei die Entwicklung und Produktion wegen der kleinen Stückzahlen offenbar zunächst nicht interessant genug gewesen, meinte Gerdes. (ma)

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