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Multichannel wertet Logistik auf

Sportscheck-Stammhaus in München: Der Händler ist ein typisches Beispiel in Sachen Multichannel. Er vertreibt über 30.000 Artikel via Onlineshop, Katalog und in 17 Filialen. (Foto: Otto Group)

22. September 2014 | von Stefan Bottler

Der zunehmende Vertrieb des Handels über verschiedene Verkaufskanäle (Multichannel) fordert die Logistiker heraus. Zu den Konsequenzen für die Distribution sagte Johannes Söllner, Kontraktlogistik-Geschäftsführer beim Logistikdienstleister Geis, kürzlich auf dem ECR-Tag in Nürnberg: „Bei den Picks gibt es stark schwankende Zahlen mit Spitzenbelastungen an ­Montagen und nach Feiertagen, bei neuen B2C-Kunden muss mit extremen Steigerungen vor allem in der Hochlaufphase gerechnet werden.“ Bei dem Logistikunternehmen fallen an vielen Spitzentagen doppelt so viel Picks an. Außerdem mussten für einen Neukunden die Kapazitäten binnen eines halben Jahres um das 16-Fache gesteigert werden.

Auf die Retourenprozesse kommen laut Söllner ebenfalls wachsende Anforderungen zu. Weil die Verbraucher häufig schlecht verpackte Ware aufgeben, bringt er ein professionelles Retourenmanagement in stationären Verkaufsstellen ins Spiel. „Das würde Identprüfungen und Einlagerungen erheblich erleichtern.“ Michael Boos von der Logistikberatung Miebach, berichtete in Nürnberg zudem von einem britischen Textilhändler, der mit einem Retourenmanagement an stationären Verkaufsstellen die Rückläuferquote auf unter 10 Prozent gedrückt hat.

Auch Zustellungen und Abholungen müssen laut Söllner für Multichannel-Lösungen neu konzipiert werden. Weil 60 Prozent der Endkunden einen Termin zwischen 17 und 20 Uhr wünschen, sollten die Sendungsstrukturen möglichst klein und die Zufahrten kurz sein. Söllner schlägt Zwei-Mann-Touren vor. Dann falle auch eine enge Kommunikation mit den Empfängern über genaue Lieferzeitpunkte und alternative Zustellorte leichter. „Logistikfirmen müssen in der Lage sein, kleinere Produktmengen zu liefern – und das bei niedrigen Preisen“, sagt Dirk Friebel, Logistikexperte bei der Beratungsfirma Roland Berger.

Multichannel-Anbieter, denen es gelingt, die verschiedenen Vertriebskanäle zu verzahnen, gehört nach Meinung von Konsummarktexperte Mark Sievers die Zukunft, „wobei aber auch der klassische Einzelhandel in den nächsten 20 Jahren nicht aussterben wird“. Die Logistik sei eine Schlüsselfunktion der modernen Handelsformate, ist der Berater von KPMG zudem überzeugt. „Hierbei ergeben sich auch neue Chancen für traditionelle Logistikdienstleister, die ihr Leistungsspektrum um verschiedene Mehrwertdienste erweitern.“

Laut einer aktuellen Studie der Bundesvereinigung Logistik zur Logistik im Handel sind 90 Prozent der befragten Experten der Ansicht, dass die Verzahnung der verschiedenen Vertriebskanäle an Bedeutung gewinnen werde. Zudem rechnen 96 Prozent damit, dass die Verbraucher künftig noch stärker das mobile Internet für ihre Einkäufe nutzen werden. Dass der Onlinehandel seinen Umsatzanteil weiter ausbauen werde, daran zweifelt fast keiner der Entscheider. (cs)

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