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Nur der Mix hat Zukunft

30. September 2015

Die Zukunft des stationären Handels liegt in einem Multichannel-Handel – also einem Mix aus stationärem Handel und Online-Verkauf. So lautet das Fazit des Projekts „mg.retail 2020“, das Prof. Silvia Zaharia, Geschäftsführerin des E-Web Research Centers der Hochschule Niederrhein, auf dem 11. Logistikforum in Mönchengladbach vorgestellt hat. Über einen Zeitraum von 18 Monaten hat die Hochschule mit der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach die Veränderungen des Verbraucherverhaltens und seine Folgen für den stationären Handel sowie die Handels- und Citylogistik am Beispiel der Innenstädte Mönchengladbach und Rheydt untersucht. Die Studie basiert auf einer Befragung von etwa 1000 Personen. Das Ergebnis sei auch auf andere Städte übertragbar, meinte Zaharia.

„Am Multichannel-Handel kommt künftig kein Händler vorbei“, so Zaharia. Der Handel müsse den Schritt in die digitale Welt gehen. Der allgemeine Trend sei nicht mehr zu stoppen. „Online-Einkaufen ist für alle Befragten attraktiver als Einkaufen in der Innenstadt von Mönchengladbach und Rheydt. Das ist das unmissverständliche Ergebnis der Umfrage“, sagte sie. Denn bei allen Sortimenten wachsen die Umsätze des Onlinehandels meist zulasten des stationären Handels. Der Kunde empfinde den Online-Einkauf als sehr bequem und preistransparent. Er bereite auch seinen Einkauf im stationären Handel im Internet vor. Daher sei die digitale Transformationsfähigkeit des Händlers entscheidend für seinen künftigen Erfolg, also seine Bereitschaft, digitale Angebote einzuführen und zu übernehmen.

Dem stimmte Ulrich Schückhaus, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung Mönchengladbach (WFMG), zu und ergänzte: „Auf dieses veränderte Kundenverhalten muss der Handel unbedingt reagieren, will er überleben und will man auch künftig noch lebendige Innenstädte haben.“ Schückhaus kündigte dafür den Start eines Online-Marktplatzes mit dem neuen Portal Ebay local in Mönchengladbach an.

Onlinehändler öffnen sich

Auch die großen Onlinehändler haben erkannt, dass der Mix ankommt. „Wir wollen uns als Online-Plattform für Markenpartner und den stationären Handel öffnen“, sagte David Schröder, Senior Vice President Operations von Zalando SE. Zalando könne Händlern so sein Sortiment zugänglich machen und sich damit ein Filialnetz schaffen. Der Onlinehändler hätte damit weniger Kosten durch Bündelungseffekte im Bereich der Zustellung. Und auch viele Retouren ließen sich vermeiden.

Nach den jüngsten Zahlen des EHI Retail Institute aus Köln verbuchte der deutsche E-Commerce-Markt 2014 einen deutlichen Umsatzzuwachs. Angetrieben wird das Wachstum von Newcomern. So sind unter den Top 100 erstmals auch Vertreter der Branchen Haushaltswaren, Haustechnik (Sanitär), Erotik, Blumen und verstärkt Online-Apotheken.

Die Studie hat die Empfehlungen für den Einzelhandel in sieben Stufen zusammengefasst. Neben der grundsätzlichen Sensibilisierung zählt die digitale Erreichbarkeit zu den wesentlichen Punkten. Dazu sei aber die Einführung eines elektronischen Warenwirtschaftssystems nötig, sagte Zaharia. Dies ist Voraussetzung für die Anbindung an Plattformen wie Ebay sowie für den Aufbau eines eigenen Onlineshops mit Verknüpfung zum stationären Geschäft. Für Shoppingcenter könne eine Bindungsfunktion für Händler sinnvoll sein, etwa durch zentrale Abholstationen für Click & Collect oder Retourencenter. Same Day Delivery ist ebenfalls ein Thema. Die Kommunen seien hier in Sachen Citylogistik gefordert.

Zaharia wies zudem darauf hin, dass die Umfrage vor der Eröffnung des „Luxus-Shoppingcenters“ Minto in Mönchengladbach stattfand. Denn solche „Vier-Sterne-Kaufhäuser“ stellen eine Antwort auf die Konkurrenz durch den Onlinehandel dar. „Wir wollen den Kunden Service und Erlebnis bieten und dies mit einer Willkommenskultur verbinden“, sagte Jessica Queißer, Centermanagerin der Unibail-Rodamco Germany in Mönchengladbach. Dazu fährt das Kaufhaus einiges auf: Für 210 Mio. EUR ist auf knapp 42.000 m2 ein Einkaufspalast mit mehr als 100 Shops aus den Bereichen Mode, Multimedia und Dienstleistungen sowie Gastronomie entstanden. Zum Service gehören auch dreisprachige Hostessen an der Rezeption, ein Kinderwagenverleih, kostenloses WLAN und eine Tablet-Bar. (jh/rok)

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