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Paketversand prägt Innenstadtlogistik

(Illustration: DVZ)

22. Oktober 2013 | von Gunnar Uldall
Der Autor

Gunnar Uldall, Präsident, BIEK

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Dossier Citylogistik

Ein Klick auf den Bestellbutton des Onlineshops und schon wird geliefert. Schnell, bequem und zuverlässig. Bei Nichtgefallen geht die Ware genauso problemlos zurück. Verbraucher sind begeistert und lösen einen wahren Boom beim Onlineshopping aus. Bereits 2012 war das Paketgeschäft vom Versender zum Endkunden (B2C) mit einem Anteil von 52 Prozent das wichtigste Segment im Markt. Tendenz weiter steigend.

Doch auch die Logistik zwischen Unternehmen (B2B), wie Einzelhandel und Gewerbe vor Ort, profitieren: Mehr Flexibilität und geringere Kosten erlauben eine schnellere Reaktion auf veränderte Kundenwünsche. Ob ein wichtiges Dokument versendet werden muss oder der Handwerksbetrieb dringend ein Ersatzteil benötigt - Kep-Unternehmen liefern schnell und zuverlässig. Damit prägt der Paketversand die Innenstadtlogistik - Express- und Kurierdienstleistungen sind für viele Unternehmen im Arbeitsalltag unverzichtbar geworden.

Die für die Kep-Studie 2013 befragten Mitglieder des Bundesverbandes Internationaler Express- und Kurierdienste (BIEK) erwarten für den Paketversand bis 2017 weiterhin ein überdurchschnittliches Wachstum. Doch bei der Zustellung trifft die Paketflut auf eine begrenzte Infrastruktur in der Innenstadt. Die Frage, ob die Paketdienste unbedingt die Straße verstopfen müssen, wird häufig ungerechtfertigter Weise gestellt. Völlig übersehen wird, dass durch die zusammengefassten Auslieferungen viele Einzelfahrten vermieden werden, etwa die Fahrt der Hausfrau zum Einkaufen oder die Belieferung des Handwerksbetriebes mit Ersatzteilen. Die Nachhaltigkeitsstudie 2012 des BIEK zeigt am Beispiel der Stadt Köln, dass dort durch den Einsatz von Paketdiensten pro Jahr rund 7 Mio. Fahrzeugkilometer eingespart werden.

Auslieferquote wurde verbessert

Trotz dieser Entlastungseffekte versuchen die Kep-Dienste weiter, den Innenstadtverkehr zu reduzieren. Da die Auslieferungsquote verbessert werden konnte, sank in der Zeit von 2000 bis 2010 die je Paket zu fahrende Strecke auf der letzten Meile um 27 Prozent. Kürzere Wegstrecken bedeuten nicht nur weniger Kosten durch geringeren Kraftstoffverbrauch, sie bedeuten auch weniger Abgase und weniger Lärm. Die Kommunen sind gefordert, die Auslieferung fließender zu gestalten. Paketfahrer sind häufig gezwungen, in der zweiten Reihe zu parken. Helfen würden mehr Haltezonen für Kep-Fahrzeuge, in denen diese zum Be- und Entladen der Pakete zu bestimmten Zeiten stoppen dürfen. Auch das Befahren von Fußgängerzonen lässt sich flexibler gestalten. Bevor sich der Berufsverkehr durch die Straßen wälzt, könnten die für den Autoverkehr gesperrten Straßen für die Anlieferung durch Kep-Fahrzeuge freigegeben werden.

Viele Auslieferungsstopps sind leider vergeblich, weil der Empfänger nicht zu Hause ist und die Sendung nicht annehmen kann. Ein erneuter Lieferversuch wird erforderlich, das verärgert den Kunden, belastet den Verkehr und verursacht Kosten. Die Kep-Dienste wollen daher künftig über SMS oder E-Mail Zustelltermine im Vorfeld kommunizieren. Immer häufiger wird auch vereinbart, die Sendung an eine alternative Zustelladresse zu liefern. Als Pick-up-Stelle bieten sich vor allem Paketshops an, deren Zahl von Jahr zu Jahr steigt. Auch Paketboxen werden in vielen Fällen genutzt.

Fahrrad eignet sich bestens für Innenstadt

Weniger Retouren würden den Verkehr immens entlasten. Kep-Dienste, Versender, aber auch die Verbraucher sollten gemeinsam versuchen, die Zahl der Rücksendungen zu reduzieren. Unverständlich ist, warum diese Leistung ohne Gebühren für den Verbraucher erbracht wird. Die in den Auftragsbedingungen einiger Versender genannte Formulierung "kostenlose Rücksendung" ist irreführend, denn natürlich fallen Kosten für diese Dienstleistung an.

Besonders umweltschonend wird die Lieferkette, wenn im Kurzstreckenverkehr LKW und Transporter mit regenerativ erzeugtem Strom angetrieben werden. Praxistests mit Elektro- und Hybridfahrzeugen laufen bei BIEK-Mitgliedsunternehmen seit Jahren. Doch jetzt erst nimmt die Elektromobilität an Fahrt auf, denn Batterien werden immer leistungsfähiger und günstiger. Sollten sich die Technik im Arbeitsalltag bewähren und die Kosten auf ein wirtschaftlich vertretbares Maß sinken, kann diese umweltfreundliche Transporttechnik für die Innenstädte noch stärker zum Einsatz kommen. Auch das Fahrrad eignet sich in der Innenstadtlogistik hervorragend. Künftig können mit speziellen Elektrolastfahrrädern Pakete bis zu 30 kg transportiert werden. Dafür muss es Zwischenlager für die Verteilung vor Ort geben, wie in Tiefgaragen oder speziellen Containern.

Die Innenstadtlogistik wird anspruchsvoller werden. Für die Herausforderung des steigenden Liefervolumens werden Kep-Unternehmen innovative, kreative und maßgeschneiderte Lösungen entwickeln. Aber auch die Industrie und die Kommunen sind gefragt - die Industrie bei der Entwicklung geeigneter Elektrofahrzeuge, die Kommunen bei entsprechender Verkehrsregelung.

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