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Das Erwachen der Macht

(Foto: Fotolia; Montage: DVZ)

Bernd Schwenger, Director Amazon Logistics, baut in Deutschland einen eigenen Paketdienst für den US-Konzern auf. (Foto: Bollig)

07. Januar 2016 | von Sebastian Bollig
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Der US-Onlinehändler Amazon wird in Deutschland einen eigenen Paketdienst aufbauen. Derzeit kümmert sich bereits ein Team bei Amazon Logistics um die Suche nach geeigneten Standorten. Dabei dient das seit Mitte Oktober in Betrieb befindliche Verteilzentrum in Olching bei München als Modellprojekt, welches im Erfolgsfall deutschlandweit ausgeweitet wird.

„Zunächst werden wir andere Metropolen angehen und in Stadtnähe Verteilzentren aufbauen“, erläuterte Bernd Schwenger, Director Amazon Logistics, im Gespräch mit der DVZ. Ihm ist es wichtig, eigene Kapazitäten aufzubauen, bevor Engpässe entstehen. Amazons Pläne seien kein Ausdruck mangelnden Vertrauens in die derzeitigen Fähigkeiten der Logistikpartner. Auch der Leistungsabfall bei DHL wegen des Streiks im Sommer vergangenen Jahres sei nicht der entscheidende Grund gewesen. „Ich brauche weiterhin starke, verlässliche Paketdienstleister“, sagte Schwenger, „aber ich will Flexibilität gewinnen, neue Services wie Same-Day-Zustellung anzubieten. Hier hilft ein eigenes Angebot“. Die Standortsuche sei kein Selbstgänger. „Es ist derzeit sehr schwierig, passende Logistikimmobilien im Umland der Großstädte zu finden“, sagte Schwenger.

Klar ist, dass Pakete künftig grundsätzlich zuerst im eigenen Netz landen. Gesteuert wird dies durch eine selbst entwickelte Software. Dabei muss Amazon Logistics als interner Dienstleister durch Qualität überzeugen. Dies vorausgesetzt, wird bei der Auftragsvergabe künftig das eigene Paketnetz Priorität haben. Erst wenn die Kapazitätsgrenze eines Verteilzentrums erreicht sei, werde ein externer Dienstleister beauftragt.

Ein flächendeckender Einstieg des US-Versandhändlers ins Paketgeschäft hätte große Auswirkungen auf das Geschäft der etablierten deutschen Netzanbieter, betonte Marktexperte Klaus Esser, Geschäftsführer der Kölner Beratungsgesellschaft KE-Consult. Amazon sei der dominante Onlinehändler in Deutschland mit entsprechend sehr hohem Sendungsvolumen. Darüber hinaus entstünde für DHL, Hermes oder DPD ein finanzstarker und marktmächtiger Konkurrent, der neue Trends und Standards setzen kann, hinter welchen die etablierten Paketdienste nicht zurückbleiben könnten.

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