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UPS verdoppelt Europa-Investition

Der US-Integrator UPS will in Europa bis 2019 zwei Mrd. USD in den Ausbau des Netzes investieren. (Foto: Ullstein Bild)

07. Dezember 2015 | von Axel Granzow
zitat

Als Paketdienst bündeln wir Transporte. Damit sind wir per se nachhaltig.

Frank Sportolari, Generalbevollmächtigter UPS Deutschland

 

Der US-Paket- und Expressdienst UPS will in Europa bis 2019 zwei Mrd. USD in den Ausbau des Netzes investieren. Der größte Teil davon entfällt auf Deutschland und davon wiederum ein großer Teil auf Nordrhein-Westfalen (NRW). Dies kündigte Frank Sportolari, Generalbevollmächtigter UPS Deutschland, auf einem Parlamentarischen Abend des Bundesverbandes Paket & Expresslogistik (BIEK) in Düsseldorf an. Bislang war immer von über eine Mrd. USD die Rede gewesen.

Wie am Rande der Veranstaltung bekannt wurde, sollen hierzulande Paketzentren wie in Herne ausgebaut werden. Für das bis 2017 angemietete Logistikzentrum in Herford ist UPS offenbar noch auf der Suche nach einem alternativen Standort. Im Gespräch ist Bielefeld-Sennestadt. Erst im Juni hatte UPS sein erweitertes Paketsortierzentrum in Nürnberg in Betrieb genommen.

In Polen hat der Integrator im September ein neues 12.800 m2 großes Paketzentrum in Strykow bei Lodz eröffnet. Zudem baut UPS in der Nähe von London eine 32.000 m2 große Anlage. Das umgerechnet 166 Mio. EUR teure Paketzentrum soll 2017 den Betrieb aufnehmen.

Gegen Reglementierungen

Sportolari sprach sich auf der BIEK-Veranstaltung gegen Reglementierungen für Paketdienste in den Innenstädten aus: „Lebendige Städte brauchen zuverlässige Transporte, um lebendig zu bleiben. Gerade kleine Geschäfte bleiben durch Logistik wettbewerbsfähig“, sagte er im Hinblick auf Zufahrtsbeschränkungen und Sonderregelungen für Zustellfahrzeuge in Innenstädten. Reglementierungen, die dies nicht berücksichtigten, gefährdeten die Innenstädte bisweilen mehr als der Internethandel. „Zu oft glauben Politiker, dass Reglementierungen ein Allheilmittel darstellen. Zu oft ist dies nicht der Fall“, meinte Sportolari.

„Als Paketdienst und Logistiker bündeln wir Transporte. Damit sind wir per se nachhaltig“, betonte der UPS-Manager. Denn die Bündelung reduziere die Emissionen für jedes einzelne Produkt, das transportiert wird. Eine klare Absage erteilte er allerdings der Vorstellung, dass die verschiedenen Paketdienste ihre Verkehre zusammenlegen könnten: „Dies würde einen weiteren Umschlag bedeuten, der Zeit und Geld kostet. Von Serviceeinbußen ganz zu schweigen“, sagte Sportolari. „Wir sind für einen freien und fairen Wettbewerb“, unterstrich er. „Das Konzept einer Wirtschaft ohne einen Wettbewerb zwischen Unternehmen hatten wir bereits einmal“, spielte der Manager auf das inzwischen abgeschaffte Postmonopol an: „Dort, wo Monopole herrschen, entsteht Stagnation.“

Elektrofahrzeuge im Einsatz

Die zunehmende Urbanisierung erfordere aber auch neue Ideen für Transporte, betonte Sportolari. Ein Beispiel dafür sei der Einsatz von Elektromobilität. Da es von der Industrie kein passendes Fahrzeug gegeben habe, habe UPS vor fünf Jahren ein altes Dieselfahrzeug auf Elektroantrieb umbauen lassen. In Nordrhein-Westfalen sei UPS mit Elektrofahrzeugen in Düsseldorf, Köln und Herne unterwegs.

In Hamburg habe UPS ein Konzept entwickelt, um den Innenstadtbereich tagsüber weitgehend ohne Emissionen bedienen zu können. Von festen Stellplätzen für Paketcontainer aus verteilen UPS-Zusteller die Sendungen zu Fuß oder per Fahrrad. „Jeder nicht gefahrene Kilometer ist umweltfreundlich“, sagte Sportolari. Solche Konzepte seien aber nur in Abstimmung mit der Kommune Hamburg möglich gewesen. Sportolari machte weiteren Städten das „konkrete Angebot, miteinander solche Lösungen zu finden“.

Dass es nicht selten an diesem Miteinander hapert, verdeutlichte NRW-Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD). Die Landesregierung plant daher im kommenden Jahr nach dem Vorbild der Stadt Wuppertal, fünf weitere Plattformen für den Onlinehandel kleinerer Einzelhändler in Innenstädten zu installieren. Dabei kooperieren Kep-Dienste, Kommune, Wirtschaftsförderung und lokaler Einzelhandel, um die City letztlich als Einkaufszentrum aufzuwerten.

Die Düsseldorfer Landesregierung will analog zum UPS-Konzept in Hamburg ein Pilotprojekt in NRW unterstützen. Dazu soll in Kürze eine Region oder eine Stadt ausgewählt werden. (ma)

 

 

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