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"Wir können Marktführer werden"

Boris Winkelmann (44) ist seit 1. März 2014 CEO des Paket- und Expressdienstleisters DPD mit Sitz in Aschaffenburg. (Foto: Luk)

19. März 2015 | von Harald Ehren
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DVZ: In dieser Woche sorgte ein Entwurf aus dem Bundeswirtschaftsministerium für Aufregung in der Kep-Branche. Demnach soll die Postengeltverordnung so verändert werden, dass die Rückgänge der Briefmengen durch die Digitalisierung von Deutsche Post DHL besser aufgefangen werden können. Was sagen Sie als unmittelbarer Wettbewerber dazu?

Winkelmann: Ich kann nicht nachvollziehen, auf welcher Grundlage dieser Entwurf fußt. Denn von einem Rückgang der Briefmengen kann man in Deutschland nicht sprechen. Hierzulande sind die Briefmengen stabil. Die Menge der Pakete steigt sogar.

Das Ministerium argumentiert, mit der Novelle würden die Folgen der Digitalisierung für den Briefmarkt und strukturelle Nachteile der Post im internationalen Vergleich ausgeglichen.

Ich kann keine Benachteiligung der Deutschen Post DHL erkennen. Das Unternehmen hat das Porto in den letzten beiden Jahren jeweils um 3 Cent erhöht. Die Margen sind deutlich gestiegen. Ich frage mich also, welche Daten das Ministerium für seinen Entwurf verwendet hat. Darauf hätte ich gerne eine Antwort.

Gibt DPD die Antwort mit der soeben präsentieren einheitlichen Markenstrategie und dem internationalen Wachstumsprogramm?

Nein, wir schauen nicht so sehr auf die Konkurrenz. Wir müssen uns um unseren eigenen Erfolg kümmern. Und dazu gehört, dass wir unseren Kunden und der Öffentlichkeit mit einem neuen, einheitlichen Markenauftritt unsere internationale Bedeutung und unsere europäischen Ambitionen deutlicher machen.

Aber die Marke DPD ist doch schon sehr bekannt…

…in Deutschland ja. Aber kaum jemand weiß, dass unser französischer Mutterkonzern GeoPost europaweit die Nummer 2 nach Deutsche Post DHL ist. DHL hat 2014 eine Mrd. Pakete geliefert, GeoPost 864 Mio. bei 4,9 Mrd. EUR Umsatz. Das ist eine Steigerung von 13,3 Prozent gegenüber 2014 und ein starkes Fundament für unsere weitere Wachstumsstrategie. DHL liefert jedoch die überwiegende Mehrheit ihrer Pakete in Deutschland aus. Als europaweit tätiger Paketdienstleister, der gleichermaßen stark verschiedene Märkte abdeckt – die DPD Group ist Marktführer in Spanien, Frankreich und Polen sowie die Nummer 2 in Deutschland – können wir uns getrost als führender internationaler Paketdienstleister bezeichnen.

Und weshalb nun der neue Markenauftritt?

Wir haben in der DPD Group verschiedene Marken in verschiedenen Ländern. Das ist bei DHL anders, die überall mit derselben Marke aus Deutschland heraus auftreten und dort auch gut 80 Prozent ihres Paketvolumens haben. Um das Erscheinungsbild der DPD Group sichtbarer zu machen, mussten wir das seit 30 Jahren bewährte Würfelsymbol erneuern. Es ist ab sofort Bestandteil aller Marken der DPD Group. Durch das Rebranding der Konzerntochter Exapaq wird die Marke auch im Heimatmarkt der Konzernmutter La Poste in Frankreich präsent sein.

Auf welche Marken wirkt sich das neue Erscheinungsbild aus? Werden sie als Name verschwinden?

Nein. Unter dem neu geschaffenen Dach der DPD Group bleiben die Marken DPD in 20 Ländern Europas, Chronopost in Frankreich und Portugal, Seur in Spanien sowie Interlink in Großbritannien und Irland. Gemeinsam werden jedoch alle haben, dass sie durch die Farben und Würfel als Teil der DPD Group erkennbar sein werden.

Sie sprachen auch vom Fundament des Wachstums ihrer Muttergesellschaft GeoPost. Wie sieht denn die Wachstumsstrategie aus?

Sie wird auf 2 Säulen stehen. Wir werden den in Deutschland bereits eingeführten Service Predict bis Mitte 2015 mit einem 1-Stunden-Zeitfenster auf 20 Märkte Europas ausweiten. Das ist einzigartig bisher. Zudem werden wir das Paketshop-Netzwerk weiter ausbauen. Ende 2015 wird es in 13 europäischen Märkten 22.000 Paketshops geben, die eng miteinander verzahnt sein werden. Die Paketshops erhalten unter dem Namen „Pickup“ einen einheitlichen Markenauftritt.

Gibt es ein Wachstumsziel?

Wir wollen weiter dynamisch wachsen, unsere Wachstumsraten also weiter ausbauen. Wenn wir damit erfolgreich sind, kann es uns gelingen, Marktführer in Europa zu werden.

Welche Rolle spielt dabei die geplante Paketbox?

Sie ist ein Bestandteil der Wachstumsstrategie, in der wir Flexibilität, Transparenz und Nähe möglichst optimal für unsere Kunden verknüpfen wollen. Ausrollen wollen wir das Projekt Paketbox im dritten Quartal. Zunächst jedoch werden im April und Mai die Prototypen getestet. Dann wird die Paketbox im Herbst der Öffentlichkeit vorgestellt.

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