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Deutsch-französische Doppelgänger

Der Renault Trafic und der Opel Vivaro unterscheiden sich nur durch den Kühlergrill. (Fotos: Opel/Renault)

24. April 2014 | von Wolfgang Tschakert

Die Rückfahrkamera ist ein sinnvolles Extra.

Das Cockpit ist großzügig und funktionell.

In der Klasse der 1-t-Transporter werden die Karten derzeit neu gemischt. Nachdem gerade erst Ford mit dem Transit Custom die Aufmerksamkeit auf sich gezogen hatte, treten nun Opel und Renault im Schulterschluss mit der dritten Generation der baugleichen Modelle Vivaro und Trafic an. Allerdings muss das gefällige deutsch-französische Doppel mit weiterer Konkurrenz rechnen. So wird zum Beispiel Mercedes-Benz der jüngst vorgestellten V-Klasse in absehbarer Zeit die Nutzfahrzeugvariante Vito folgen lassen - und auch der Termin für den Nachfolger des aktuellen Fiat Ducato steht bereits fest. Dieser und auch seine französischen Pendants von Peugeot und Citroën werden mit neuerlicher Modellpflege und aufgefrischtem Motorenprogramm an den Start gehen.

Konsequentes Downsizing

In diesem Umfeld sollen sich der Opel Vivaro und der Renault Trafic behaupten. Rein optisch halten beide Modelle locker mit: Die ausgeprägte Motorhaube mit großem Kühlergrill und Klarglasscheinwerfern fällt als Erstes ins Auge. Während aber beim Renault der Markenrhombus recht dominant ausfällt, hält sich Opel zurück. Hier unterstreichen das dezente Emblem in Verbindung mit den verchromten Applikationen des Kühlergrills die Verwandschaft zu den PKW-Modellen.

Die eigentliche Innovation sitzt aber unter der Haube: Die bisher eingebauten 2-l-Dieselaggregate sind zwei leichten Turbodieseln gewichen, die ihre Vortriebskräfte nun aus lediglich 1,6 l Hubraum schöpfen. Mit den bei Opel 1,6 CDTI und dem 1,6 Biturbo CDTI genannten Maschinen (Renault-Diktion: dCi 90/115/140) haben die Konstrukteure moderne Hochleistungsmotoren mit obenliegender Nockenwelle und einer Common-Rail-Einspritzung, die mit Drücken von bis zu 1800 bar arbeitet, an den Start gebracht. Dank dieser Auslegung sollen die neuen Maschinen nach Herstellerangaben im kombinierten Fahrzyklus gut einen Liter Kraftstoff weniger benötigen als die 2-l-Motoren. Die Doppelturbovariante soll sogar unter der Marke von 6 l/100 km liegen.

Im ersten Schritt werden beide Motoren noch in Euro-5-Auslegung angeboten, doch sind sie bereits für die nächste Abgasstufe ausgelegt. Zum Euro-6-Pflichttermin im Jahr 2016 erhalten Vivaro und Trafic einen SCR-Kat mit Adblue-Eindüsung.

Die Maschinen werden in vier Leistungsstufen von 90 bis 140 PS angeboten. Das maximale Drehmoment des stärksten Aggregats liegt dank zweistufiger Turboaufladung bei immerhin 340 Nm bei 1500 Touren. Damit kommen Trafic oder Vivaro auch voll beladen gut vom Fleck. Die Spitzengeschwindigkeit ist mit 181 km/h angegeben. Das ist mehr als ausreichend, um eilige Kurierfracht rasch über die Autobahn zum Ziel zu bringen.

Längere Karosserie

Den Laderaum hat man grundsätzlich belassen, aber im Detail verbessert. Es bleibt bei den 5,2 bis 8,6 m³ Laderaum. Der Kunde wählt zwischen zwei Radständen und zwei Längen, ab Frühjahr 2015 ergänzen Hochdachtransporter das Programm. Für langes Transportgut gibt es eine Durchreiche ins Fahrerhaus, so kann der Fahrer sogar den Fußraum der Beifahrerseite nutzen. Schade ist, dass der Längenzuwachs von 220 mm bei beiden Radständen nicht dem Laderaum, sondern der Kabine zugutekommt.

Moderne Zeiten sind auch hinter dem Trafic- oder Vivaro-Steuer angebrochen. Dort sitzt man jetzt besser, die Hersteller haben bei der Qualität der Sitze eindeutig nachgelegt. Zudem lässt sich endlich das Lenkrad in Höhe und Neigung verstellen. Daneben dürfte der Fahrer die zahlreichen Ablagen und die mobile Office-Ausstattung in der Lehne des Mittelsitzes schätzen.

Erhöhte Sicherheit

Beide Hersteller bieten ESP sowie die erweiterte Traktionskontrolle, die man bei beladenen Fronttrieblern schätzt, in Serie an. Letztere greift je nach Einstellung unterschiedlich stark in Motordrehmoment und Radbremsen ein. Für Transportunternehmer ebenso interessant sind die Wartungsintervalle von 40.000 km sowie die wartungsfreie Steuerkette, die den Zahnriemenantrieb für die Nockenwelle ersetzt. Der Partikelfilter reinigt sich selbsttätig in regelmäßigen Abständen, jetzt aber ohne Additive.

Die dritte Generation von Vivaro und Trafic bringt also alles mit, um in der 1-t-Klasse bestehen zu können. Ob sich die Fahrzeuge mit ihrem begrenzten Laderaumangebot für den Kep-Bereich qualifizieren können, muss der Markt zeigen. Die günstigen Betriebskosten sind dabei aber ein Pfund, mit dem Opel und Renault wuchern können. (ben)

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