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Sprint an die Sicherheitsspitze

10. Mai 2013 | von Sven Bennühr

Manche Neuerungen erzwingt der Gesetzgeber, manche werden von den Ingenieuren getrieben. Mercedes-Benz Vans hat in der fünften Generation der Sprinter-Baureihe Sprinter beides unter einen Hut gebracht: So können die Transporter nun bereits mit der ab 2014 geltenden Euro-6- Technik und mit fünf neuen Assistenzsystemen geordert werden.

Seitenwindassistent: Das serienmäßige System basiert auf dem elektronischen Stabilitätsprogramm (ESP) und hält den Sprinter durch einen intelligenten Bremseingriff auch bei Sturmböen auf Spur

Optional kann der Sprinter jetzt mit einem Spurhalteassistenten geordert werden. Per Kamera überwacht dieser die Fahrbahnmarkierungen und warnt akustisch, falls der Wagen unbeabsichtigt die Spur verlässt

Abstandswarner und Bremsassistent: Dank eingebauter Radarsensoren kann das zweistufige System den Tempounterschied zum vorausfahrenden Fahrzeug ermitteln, rechtzeitig warnen und eine Notbremsung vorbereiten

Fast schien es, als sei der neue Kastenwagen nicht so ganz zufrieden mit seinem neuen Auftritt. Anstatt wie bei der Vorgänger-Baureihe fröhlich zu grinsen, kommt der in die Stoßstange integrierte Luftdurchlass nun mit nach unten gezogenen „Mundwinkeln“ daher. Darüber vermittelt der aufgrund des höheren Kühlbedarfs der Euro-6-Motoren größer gewordene Kühlergrill ebenfalls einen grimmigeren Eindruck.

Doch das ist nur ein individuelles Bauchgefühl, das sich rasch nach dem Einsteigen legt. Sitzt der Fahrer einmal hinter dem Steuer zeigt sich der Transporter von seiner besten Seite. Ein sogar in der einfachsten Ausführung vorbildlicher Arbeitsplatz mit bequemem Sitz, übersichtlicher Instrumentierung und  angenehmer Haptik vermittelt nahezu PKW-Komfort. Leise springt der 160 PS starke Euro-6-Motor an, eine Charakteristik, die sich weder im Stadtverkehr noch auf der schnellen Autobahnstrecke ändert. Lediglich die verhältnismäßig laut arbeitende Lüftung trübt den guten Eindruck.

Das Fahren selbst macht einfach nur Spaß. Dazu trägt vor allem die Siebengang-Wandlerautomatik (7G-Tronic plus) bei. Hier passt die Abstimmung zwischen den Gängen hundertprozentig und trotz der im Vergleich zur Vorgängerbaureihe längeren Achsübersetzung, kommt der Sprinter willig auf Touren. Das kann der neue, 190 PS starke Spitzenmotor noch ein gutes Stück besser, fraglich ist nur, ob dies wirklich erforderlich ist.

Für den kostenbewußten Käufer kommen wahrscheinlich eher die kleineren Motoren mit 95 beziehungsweise 129 PS in Frage. Allerdings mangelt es der kleinsten Maschine an Durchzugskraft, so dass sich das nächstgrößere Aggregat vermutlich in dieser Käufergruppe durchsetzen wird. Damit war der Sprinter zwar nicht ausgesprochen lebhaft, aber doch mit akzeptablen Beschleunigungswerten unterwegs.

Was sich noch nicht bestätigte, waren die traumhaften Verbrauchswerte, welche die Mercedes-Ingenieure ihrem jüngsten Wurf bescheinigen. So verkündete Transporter-Chef Volker Mornhinweg, dass der Sprinter mit Werten, die im Bestfall bei 6,3 l/100 km liegen, Klassenbester sei. Wie weit sich die gemäß den EU-Regularien eingefahrenen Werte in der Praxis bestätigen, wird sich im DVZ-Test noch zeigen müssen.

Immerhin haben Entwickler bei der Umstellung auf die für die Erfüllung der Euro-6-Norm notwendige Abgasnachbehandlung  Bluetec, also die Einspritzung von Adblue in den Abgasstrom, zugleich den Ladedruck des zweistufigen Abgasturboladersystems als auch den Einspritzverlauf optimiert. Die Common-Rail-Einspritzung arbeitet mit einem maximalen Einspritzdruck von 1800 bar. Dabei wird der Kraftstoff über Siebenlochdüsen feinverteilt in den Zylinder eingespritzt, wodurch der Diesel sehr effizient verbrennt.

Als weitere verbrauchssenkende Maßnahme wurde beim neuen Sprinter die Steuerung der Nebenaggregate neu aufgesetzt. So lädt die Lichtmaschine in erster Linie beim Bremsen oder wenn der Wagen ohne Gas rollt. Bei normaler Fahrt oder Beschleunigung fließt die volle Motorleistung in den Antrieb. Darüber hinaus arbeitet die Kraftstoffpumpe bedarfsgerecht, also mit variabler Förderleistung, was den Motor ebenfalls entlastet. Drittens wurde der Kompressor der optionalen Klimaanlage mit einem Freilauf ausgestattet. Das heißt, das Aggregat läuft nur, wenn die Anlage eingeschaltet ist.

Neben den Euro-6-Motoren tritt die fünfte Sprinter-Generation auch mit fünf neuen Assistenzsystemen an (DVZ Nr. 20, Seite 14: Mercedes entschärft die  Sprinter-Klasse). Weltpremiere feiern der serienmäßige Seitenwind-Assistent (Crosswind Assist) und die optional erhältlichen Assistenzsysteme Abstands-Warnassistent (Collision Prevention Assist) und Totwinkel-Assistent (Blind Spot Assist). Neu sind außerdem der Fernlicht-Assistent (Highbeam Assist) sowie der Spurhalte-Assistent (Lane Keeping Assist). Der Seitenwind-Assistent wird als Funktion des elektronischen Stabilitäts-Programms Bestandteil der Serienausstattung. Die anderen Assistenzsysteme sind als Einzelextras beziehungsweise in logisch zusammengestellten Paketen bestellbar.

Alles in allem macht der breite Strauß an Neuerungen neugierig auf die fünfte Generation des Sprinters. Allerdings müssen sich Interessenten noch bis Juli gedulden, bis die ersten Fahrzeuge zu den Händlern rollen. Dann wird sich auch zeigen, ob die Käufer bereit sind, den Mehrpreis für die Euro-&-Motoren und die diversen optionalen Sicherheitstechniken zu zahlen, oder ob die neuen Fahrzeuge mit den weiterhin angebotenen Euro-5-Motoren in Verbindung mit der ohnehin schon guten, serienmäßigen Sicherheitstechnik gefragt bleiben.

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