placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder

Sprinter-Alternative zum 7,5-Tonner

(Foto: Tschakert)

10. Dezember 2014 | von Wolfgang Tschakert
Bewertung

Gut in Form mit mehr Gewicht

Als 5-Tonner läuft der Sprinter dem 7,5-Tonner fast den Rang ab, meint Profitester Wolfgang Tschakert.

Je schwerer, desto besser - das gilt auch für den Sprinter, der als 3,5-Tonner nur mit magerer Nutzlastbilanz ins Rennen geht. Bloß 5000 EUR mehr kostet der 5-Tonner, der dann mehr als das Doppelte stemmt. Dieser ist allerdings kein "Sprinter" im klassischen Sinn, denn bei 89 km/h ist bereits Schluss. Dafür punktet der große Mercedes-Transporter aber wieder mit sehr guten Verbrauchswerten und einem starken Motor.

Dieser könnte auch zum Einsatz kommen, wenn die Mercedes-Benz-Ingenieure zu dem Schluss kommen, mit einer weiteren Sprinter-Variante den großen Versio nen des Iveco Daily oder des kommenden neuen VW Crafter in der 7-t-Klasse Paroli zu bieten. Doch bis es soweit ist, muss der 5-Tonner den Ansprüchen genügen.

Der Mercedes-Benz Sprinter gilt in der Klasse der 3,5-Tonner als Benchmark. Doch markiert er nicht die Obergrenze im Transporterangebot des Stuttgarter Automobilkonzerns. Diesen Part hat die 5-t-Version übernommen, die mit einer maximalen Zuladung von 2,25 t an das Nutzlastvermögen der 7,5-Tonner heranreicht. Die DVZ ist den großen Transporter mit längstem Radstand, langem Hecküberhang und mittlerem Hochdach gefahren. In dieser Ausführung bietet der Sprinter bereits 16,2 m³ Laderaum - mit Superhochdach käme er auf 17 m³.

In der Version 516 tritt der große Sprinter mit zulässigen Achslasten von 1850 kg vorn und 3500 kg auf der Hinterachse an. Da bleiben rein rechnerisch 350 kg Reserve zum zulässigen Gesamtgewicht, womit er auch eine ungünstige Verteilung des Ladungsgewichts gut wegstecken kann.

Unter der Haube des Großtransporters sitzt der OM-651-Vierzylinder, der aus 2,1 l Hubraum 163 PS und 360 Nm Drehmoment generiert. Die Motorenentwickler haben dem Aggre gat zusätzlich einen SCR-Katalysator mit auf den Weg gegeben. Damit ist der Euro-VI-Sprinter auf die Einspritzung des AdBlue-Additivs angewiesen, allerdings nur in kleinen Dosen.

Zwar wird der 5-Tonner auch schwächer mit 70 kW/95 PS oder 95 kW/130 PS motorisiert angeboten, jedoch stets mit der gleichen Maschine. Hier sollten potenzielle Interessenten genau hinschauen, denn Mercedes-intern gilt der kräftige 516 CDI als sparsamster Sprinter-Diesel. Zudem ist er im Vergleich zum nächstschwächeren 513er fast ein Schnäppchen - er kostet lediglich 740 EUR mehr.

Stark beim Anfahren

Der von zwei Turboladern beatmete Vierzylinderdiesel des 5-Tonners legt ohne fühlbare Anfahrschwäche los. Schon nach 12,5 Sekunden erreicht der voll beladene Großtransporter die 80er-Marke. Allerdings ist dann bei 89 km/h Schluss - der Hersteller aktiviert hier gesetzeskonform den Limiter. Der Effekt: Dem starken Motor werden im sechsten Gang nur gut 2000 Touren abverlangt. So lässt es sich auf längeren Distanzen drehzahl- und kraftstoffsparend cruisen.

Geschaltet wird serienmäßig mit einem Sechsganggetriebe. Auch das 7G-Tronic-Automatikgetriebe wäre verfügbar, dieses soll laut Hersteller den Kraftstoffverbrauch um gut 0,2 l/100 km senken. Doch ist die Investition von mehr als 2000 EUR nur für Vielfahrer zu empfehlen.

Auf der DVZ-Normrunde (mit 30 Prozent Schnellfahrtanteil) liefen nur durchschnittlich 8,4 l/100 km durch die Einspritzdüsen. Damit zählt der 5-Tonner zu den sparsamsten Fahrzeugen in seinem Segment. Einen deutlichen Anteil daran hat sicherlich das Blue-Efficiency-Paket (500 EUR). Dieses umfasst ein Start-Stopp-System, eine bedarfsgeregelte Lenkhelfpumpe, eine überwiegend im Schubbetrieb ladende Lichtmaschine sowie eine elektrisch geregelte Kraftstoffpumpe.

Der Sprinter federt komfortabel und bremst hervorragend, selbst bei voller Zuladung. Die Lenkung arbeitet tadellos, und auch der Geradeauslauf ist vorbildlich, solange es keine Spurrillen gibt, in die sich die vergleichsweise schmalen 195er-Reifen einfädeln. Dafür bringt der Sprinter auf der anderen Seite den serienmäßigen Seitenwindassistenten mit. Der verhindert durch dosiertes Einbremsen der Räder auf der wind zugewandten Seite, dass der Sprinter ausbricht. Für einen Aufpreis von 2000 EUR wird der Sprinter rundum gesichert, mit Totwinkel-, Spurhalte- und Fernlichtassistent sowie dem Collision Prevention Assist. Dieser automatische Abstandswarner warnt bei kritischer Distanz zum vorausfahrenden Verkehrsteilnehmer. Zudem berechnet das Assistenzsystem die Bremskraft für eine punktgenaue Notbremsung, der Fahrer muss nur das Bremspedal treten. Sicherer geht es zurzeit kaum. (ben)

placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder placeholder

Schreiben Sie uns Ihren Kommentar!

Kommentar online veröffentlichen
Kommentar nur an die Redaktion senden
Online verfasste Kommentare können auch als Leserbriefe in der Printausgabe der DVZ veröffentlicht werden. Mit dem Absenden des Kommentars stimmt der Nutzer dieser Veröffentlichung ausdrücklich zu.

* Pflichtfeld