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Kluge Lösungen für die letzte Meile

Ein LSI-Mitarbeiter befüllt eine Drop-off-Box. Das Unternehmen stellte diese an 150 Repsol-Tankstellen in Spanien auf. (Foto: LSI)

20. August 2015 | von Stefan Bottler

Gerade im Servicebereich ist die Ersatzteillogistik mit vielen Hürden verbunden. Es bedarf geschickter Prozesse, um Ersatzteile auch an die entlegensten Orte zu bekommen.

Gleichzeitig müssen die Logistikdienstleister Rückführungsprozesse für defekte Teile organisieren, weil sie nach einer Instandsetzung wieder in den Logistikkreislauf kommen. „Viele Hersteller können solche Rückführungen bislang nicht in ihrer Software abbilden“, sagt Reinhard Klausner, Geschäftsführer von Logistik Service Individuell (LSI) in Kirchheim (Landkreis München), dessen Unternehmen sich auf solche Fälle spezialisiert hat.

Häufig wird das Ersatzteil erst Stunden oder gar Tage nach der Übernahme im Wareneingang erfasst. Damit das schneller geht, hat LSI eine Lösung entwickelt. Wenn der Zusteller das rückzuführende Teil übernommen hat, lädt er die Daten des Abholauftrags auf den Server des Netzwerkunternehmens. Auch die weiteren Rücktourdaten werden mittels eines sogenannten Echtzeit-Scannings im System erfasst und an den Verlader weitergeleitet.

Alternativ kann der auch auf der LSI-Homepage nachsehen, wann das Teil die Übergabestation beziehungsweise den Techniker oder die Werkstatt erreicht, welche das Teil wieder instandsetzen. Auch Produktdaten können überspielt werden. „Der Kunde verfügt über einen vollständig dokumentierten Retourenprozess und weiß, ob er das Altteil weiterverwenden kann oder endgültig entsorgen muss“, sagt Klausner.

LSI als Ersatzteil-Provider

Mit dem neuen Tool wächst LSI weiter in die Rolle eines Ersatzteillogistik-Providers hinein. Rund 80 Prozent der Sendungen, welche das oberbayerische Unternehmen mit 17 Mitarbeitern umschlägt, enthalten Komponenten vorwiegend der Automotive-, Maschinenbau-, Medizintechnik- und Elektrotechnikindustrie. „Angesichts der zahlreichen Lagerschließungen ist mit weiteren Steigerungen in diesem Segment zu rechnen“, urteilt der frühere Hellmann-Niederlassungsleiter. Oft seien die Integrators zu langsam und unflexibel. Daher erschließen spezialisierte Dienstleister mit maßgeschneiderten Netzwerklösungen den Markt.

Mit Hilfe von 30 Subunternehmen und drei Niederlassungen in Barcelona, Frankfurt/Main und Breslau (Wroclaw) organisiert das Unternehmen Expressdienste in über ein Dutzend europäischen Ländern. Hier hat LSI eigene Netzwerke entwickelt, welche die Ersatzteile häufig schneller als die klassischen Hub-and-Spoke-Verkehre der großen Kep-Unternehmen transportieren.

Vereinzelt können über diese Netze auch Nachbarstaaten schnell erreicht werden. So ist Slowenien an Südösterreich oder die östliche Slowakei an Ungarn angebunden. Auch die örtliche Zustellung ist genau abgestimmt. Regionale Kuriere deponieren die Ersatzteile im Kofferraum des Monteurs beziehungsweise in Drop-off-Boxen oder bringen sie direkt zum Einsatzort. „Für jedes Land müssen besondere Lösungen gefunden werden“, bilanziert Klausner. Über die Wünsche des Kunden hinaus sind Entfernungen, Geografie, Verkehrsinfrastruktur oder Kep-Präsenz zu berücksichtigen.

Manchmal müssen sogar für einzelne Regionen besondere Lösungen entwickelt werden. Das erlebte LSI beim jüngsten Netzausbau in Spanien. Für dieses Land gründete das Unternehmen ein Hub in Barcelona, welches Luftfrachtsendungen aus Frankfurt und München nach Regionen aufteilt. Ersatzteile nach Katalonien, Madrid, Valencia, Galicien und dem Baskenland werden möglichst „innight“ in den Kofferraum des Technikers geliefert.

Für die übrigen Regionen, die meist eine deutlich dünnere Verkehrsinfrastruktur aufweisen, wählte LSI Drop-off-Lösungen. An 150 Stationen der Tankstellenkette Repsol können die Komponenten mit Generalschlüssel beziehungsweise Zahlencodes in Boxen hinterlegt und abgeholt werden. Auch Retourenteile werden hier umgeschlagen. LSI hat das Netzwerk jetzt auch auf Portugal ausgeweitet. Bei insgesamt 3000 Repsol-Tankstellen kann dieses noch erheblich verdichtet werden.

Flächendeckender Service

Die meisten LSI-Sendungen gehen weiterhin nach Osteuropa. Das wichtigste Netz ist Polen. Seit 2013 bietet das Unternehmen einen flächendeckenden Overnight-Service an. Jeden Abend starten um 19 Uhr von Frankfurt und München LKW-Verkehre zum Hub in Breslau.

Von hier aus brechen frühmorgens vier Hauptlinien nach Stettin, Danzig, Warschau und Krakau auf. Auch weit entfernte Städte in Ostpolen oder an der Ostsee können trotz schwieriger Verkehrsinfrastruktur bis 14 Uhr erreicht werden. „Spätestens bis 17 Uhr sind alle Paketsendungen bis 31,5 Kilogramm ausgeliefert“, versichert der LSI-Geschäftsführer. Für schwerere beziehungsweise palettierte Güter können längere Laufzeiten anfallen, auf Anfrage sichert LSI feste Zeitfenster zu. (jh/ben)

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