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Konkurrenz für DHL-Paketkasten

Branchenkenner gehen davon aus, dass in wenigen Jahren jedes zehnte Paket in Deutschland via einen Paketkasten oder -tasche zugestellt wird. (Fotos: DHL; Parcellock; Telekom)

08. Oktober 2015 | von Erwin Maruhn
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Der Wettbewerb auf dem boomenden deutschen Paketmarkt wird härter. Nach der Deutschen Post führen nun auch die Konkurrenten Hermes, DPD und GLS einen Paketkasten für Einzel- und Mehrfamilienhäuser ein. Doch zunächst will ihre gemeinsame Tochter Parcellock das neue System ausgiebig in einem Feldversuch im Rhein-Main-Raum testen. Erst im kommenden Sommer sollen Kunden die Pakettaschen und -kästen kaufen können. Was sie kosten werden, steht noch nicht fest. Hinter den Kulissen heißt es, dass es die günstigsten Modelle ab etwa 150 EUR geben wird.

Als ersten Hersteller für die Kästen und Taschen haben die drei Paketdienste das Familienunternehmen Burg-Wächter gewonnen. Weitere Hersteller sollen folgen. Die Parcellock-Gründer haben einen Euro-Betrag im einstelligen Millionenbereich in ihr Vorhaben investiert. Erstmals angekündigt hatten sie ihre Pläne im Juni vergangenen Jahres im Gespräch mit der DVZ.

Offen für alle Anbieter

Mit ihrem anbieterunabhängigen System wollen die Parcellock-Gesellschafter die Zustellung für die Kunden deutlich bequemer machen. „So wie heute schon einen Briefkasten wird künftig jeder einen Paketkasten haben“, sagte GLS-Chef Rico Back bei der Vorstellung des Systems. Parcellock verhindere einen „Kleinkrieg im Vorgarten“, weil das System allen Anbietern offenstehe.

Auch Kurierdienste, Supermarkt-Lieferdienste oder lokale Lieferanten wie ein Biokisten-Lieferdienst oder die Apotheke vor Ort können das Parcellock-System nutzen. Die Dienstleister können den Paketkasten und die Pakettasche nur auf Basis von individuellen und zeitlich begrenzten Codes nutzen. Ähnliche Codes (sogenannte Tans) werden auch beim Online-Banking genutzt. Der Eigentümer wiederum öffnet den Kasten oder die Tasche mit einem Schlüssel.

Die drei Paketdienste gehen davon aus, dass in fünf bis sieben Jahren schon 10 Prozent aller Paketzustellungen über Paketkästen oder -taschen erfolgen werden. Geschäftsführer von Parcellock ist Dirk Reiche. Er war zuvor beim Same-Day-Start-up Tiramizoo tätig. Parcellock hat seinen Firmensitz in Frankfurt/Main.

Post weitet Angebot aus

Die Deutsche Post ist bereits seit dem Frühjahr vergangenen Jahres mit Paketkästen am Markt präsent. Bislang hat sie die Boxen lediglich in Ein- und Zweifamilienhäusern installiert. Nun weitet sie ihr Angebot aus. Im kommenden Jahr sollen mehr als tausend große Mietshäuser in Berlin mit den Boxen ausgestattet werden. Später soll das System auf ganz Deutschland ausgeweitet werden, sagte Post-Paketmanager Thomas Ogilvie in Berlin.

Die Paketkästen sind so etwas wie der große Bruder des Briefkastens. Die Sendungen werden auch dann zugestellt, wenn der Empfänger nicht zu Hause ist. Auch Rücksendungen können abgewickelt werden. Die Kästen der Post sind allerdings nur für die eigenen DHL-Zusteller zugänglich. Pakete der Konkurrenz werden nicht angenommen. „Eine direkte Zusammenarbeit mit dem Wettbewerb ist für uns nicht in Sicht“, sagte Ogilvie. Wie viele Paketkästen die Post bislang abgesetzt hat, sagt sie aus Wettbewerbsgründen nicht.

Die Deutsche Post ist Marktführer im deutschen Paketgeschäft. Es folgen DPD, UPS, Hermes und GLS (siehe Grafik).

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